Lichtwiesenbahn / Planfeststellungsverfahren / Bericht / Einschätzung

In: GBS|Schulelternbeirat

12. Feb 2017

Liebe Leser, liebe Eltern der GBS,

wie Sie alle sicherlich wissen, hat der Schulelternbeirat der GBS eine Einwand zur geplanten Lichtwiesenbahn im Rahmen des Planfeststellungsverfahren beim Regierungspräsidium eingereicht.
Der Erörterungstermin fand am 6. Dezember letzten Jahres statt. Das Wortprotokoll liegt mittlerweile vor, einen Bericht des Darmstädter Echos können sie hier lesen. Hauptkritikpunkte waren und sind die Neugestaltung der Kreuzung Jahnstraße, Ober-Ramstädter-Straße, Lichtwiesenweg und die Verschlechterung der Anschlüsse am Böllenfalltor. Durch den Bau würde an dieser Haltestelle die Linie 2 ersatzlos gestrichen.
Ob es im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens zu Änderungen und damit zu einer Rücknahme des Bauvorhaben kommt, ist zur Zeit nicht abzusehen. Auf dem politischen Weg werden durch eine Bürgerinitiative Alternativen aufgezeigt. Bei den Argumentationen der Bürgerinitiative spielt die Verkehrssicherheit und die Anbindung am Böllerfalltor eine wichtige Rolle. Informationen und Hintergründe auch zu der Anbindung am Böllenfalltor finden Sie hier.

 
Bericht zum Erörterungstermin:
Vorweg: Ich bin heute noch erschrocken über das, was ich beim Erörterungstermin erleben musste. Über circa 7 Stunden wurden die Einwände mündlich erläutert. Circa 20 Fachleute sollten zu den Einwänden und den schriftlichen Antworten erklärende Beiträge leisten.

 
Die Antworten während des Erörterungstermins stimmten mit den vorherigen schriftlichen Antworten nicht überein. Oftmals konnten keine Antworten gegeben werden, weil der Antragsteller (Heag Mobilo ) nicht ausreichend vorbereitet war. Einige Antworten waren widersprüchlich, andere haarsträubend.

 
So wurde zum Beispiel vorgeschlagen, dass die SuS (auch Grundschüler) vor dem Überqueren der Nieder-Ramstädter-Straße auf der zum Paulusviertel gewandten Seite der Straßenbahnhaltestelle wegen der geringen Aufstellfläche warten sollen bis die Fußgängerampel Grün anzeigt. Das bedeutet, dass die Schüler 10 Meter von der Fußgängerampel entfernt warten. Bei Grün für die Fußgängerfurt sollen sie die Straßenbahnschienen passieren, um dann die Nieder-Ramstädter-Straße überqueren zu können.

 
Auch wurde behauptet, dass durch den Bau der neuen Haltestelle keine Verschlechterung der Sicherheit der Fußgänger zu erwarten sei. Es bleibe alles beim Alten. Wie im Einwand zu lesen, sieht der Schulelternbeirat das anders.

 
Falls die Fahrgäste wegen der ständigen Verspätungen der Busse am Böllerfalltor eine Anschluss verpassen, müssen sie dort jetzt bis zu 15 Minuten warten. Die Linie 2 würde entfallen, somit ist der Takt von 7,5 Minuten nicht aufrecht zu erhalten.

 
Der Antragsteller Heag Mobilo möchte daher die Fahrpläne für die Busse anpassen. Falls die Busse einmal pünktlich kommen, müssen die Fahrgäste dann an der Haltestelle Böllefalltor auf die Straßenbahn warten. Festzustellen bleibt, dass sich die Anbindungen vieler Schüler der Darmstädter Schulen verschlechtern werden.

 
Natürlich haben alle Bauvorhaben auch immer Nachteile für bestimmte Personengruppen. Daher sollte immer die Frage gestellt werden, warum diese Nachteile für unsere Schüler in Kauf genommen werden müssen.

 
Bei der Streckenführung der Lichtwiesenbahn werden nach einer Verdoppelung der offiziellen Kosten 16.6 Millionen Euro für eine knapp 1.000 Meter Strecke verbaut (die anderen 300 Meter können Sie getrost der Wendeschleife und dem Abzweig zurechnen). Andere Berechnungen gehen von erheblich höheren Summen aus.

 
Die Lichtwiesenbahn fährt nicht am Wochenende und in den Semesterferien. Die Verkehrsanbindung vieler Darmstädter SuS würde sich verschlechtern. Die Straßenbahnlinie verschlingt Unmengen Geld, weil Sie in einigen Bereichen eher einer Sonderanfertigung gleicht. Hier der Bericht Darmstädter Echo: Geld, das für sinnvollere Verkehrsprojekte gebraucht wird, die nicht auf Kosten vieler Nutzer (auch unserer Schüler) des öffentlichen Nahverkehrs realisiert werden könnten. Das schließt den Campus Lichtwiese nicht aus.

 
Vermeintliche Vorteile einer Personengruppe werden durch Nachteile einer anderen Personengruppe erkauft. Die Sicherheit von SuS, sowie auch eine gute Anbindung unserer Schüler, sollten die Verantwortlichen zum Anlass nehmen, ihre Planungen zu ändern.

 

Karl-Wilhelm Heselmann

2 Reaktionen zu Lichtwiesenbahn / Planfeststellungsverfahren / Bericht / Einschätzung

Avatar

Ralph Schneider-Maul

14. Februar 2017 am 21:07

…diese Geldverschwendung muß verhindert werden. Studenten können 1000 m nicht laufen? Eine Straßenbahn ist sicher nicht die kreative Lösung, die sich die TUD hätte einfallen lassen können – in anderen Ländern werden Fahrrad-Rikschas eingesetzt, oder einfach eine Überdachung des Fußwegs gebaut, oder eine Seilbahn gebaut, oder, oder. Die TUD sollte als kreative Hochschule bessere Lösungen anbieten können, die keine Schüler/innen gefährden, und nicht Unsummen Steuergelder verschlingen. Erfahrungsgemäß vervielfachen sich Baukosten in der BRD ja während der Bauzeit dramatisch…

Avatar

Kerstin Jung

19. Februar 2017 am 20:59

… die Investition könnte, statt in diese Sackgassen-Strassenbahn, viel sinnvoller in eine kreative Gestaltung, die unter Erhaltung der Grünfläche und Bäume, vielfältige Abwechslung für ausgleichende körperliche und sinnliche Erfahrungen für Schüler, Studenten und alle anderen Freiraum-Nutzer bieten würde, getätigt werden! Zudem wäre eine Sanierung der Nieder-Ramstädter-Stasse, mit einem richtigen Weg für die Radfahrer und das Aufstellen eines „Blitzers“ zur Erfassung der „Rot-Sünder“ eine notwendig-finanzierungswürdige Aktion, die zur Sicherheit der nicht-autofahrenden Verkehrsteilnehmer beitragen würde! Exzellenz in der Wissenschaft wird meines Erachtens eher erreicht, wenn Studierende Gehenderweise, oder sich überhaupt ihrer menschlichen Fähigkeit zur freien Bewegung bedienend, eigene Gedanken und Ideen entwickeln, anstatt lediglich „transportiert“ zu werden.

Kategorie

Archiv